I. Hintergrundgeschichte
1.1 Die Welt von AvP
Wir schreiben das Jahr 25XX. Eine einst blühende Zukunftsmetropole ist zur Hölle auf Erden geworden. Tief unter der Stadt breitet sich das Nest der Xenomorphs unaufhaltsam aus. Säurehaltiges Blut zerfrisst Beton und Stahl, Facehugger lauern in jedem dunklen Winkel auf ihre Wirte, und die Alien-Königin thront im Zentrum des Baus, wo sie ihre dunkle Armee mit erschreckender Geschwindigkeit vermehrt. Die Bewohner der Stadt sind entweder bereits infiziert oder auf der Flucht – doch ihr Ziel ist eine Geisterstadt, die vollständig von Aliens überrannt wurde.
Am anderen Ende der Stadt hat eine ganz andere Jagd begonnen. Die Yautja – eine außerirdische Kriegerrasse, für die die Jagd auf die gefährlichste Beute der höchste Ehrenkodex ist – wurden von der Ausbreitung der Xenomorphs angelockt. Für die Predators sind Aliens die ultimative Beute in der Galaxie. Wenn sie landen, gibt es keine Verhandlungen und keine Warnungen – nur den Instinkt der Jagd und den Kodex der Ehre.
Zwei menschliche Kämpfer sind in diesem tödlichen Drei-Parteien-Krieg gefangen: Major Dutch Schaefer, ein kybernetisch modifizierter Soldat, dessen linker Arm durch eine großkalibrige Maschinenkanone ersetzt wurde. Und Lieutenant Linn Kurosawa, eine japanische Schwertmeisterin, die sich mit ihrem Familienerbstück, einem Katana, einen blutigen Weg durch die Horden von Monstern bahnt.
Diese vier – zwei außerirdische Jäger, zwei menschliche Krieger – treffen eine gemeinsame Entscheidung: Sie dringen in das Herz des Alien-Nests ein, um den Albtraum an der Quelle zu beenden. Es gibt keine Allianz, keine Verhandlungen – die Predators könnten die Menschen jederzeit als nächste Beute betrachten, und die Menschen könnten jederzeit das Feuer auf die Predators eröffnen, um zu überleben. Doch angesichts der „größeren Bedrohung“ durch die Aliens entsteht in dieser höllischen Stadt ein wortloser, spannungsgeladener Waffenstillstand.
1.2 Entwicklungsgeschichte
Alien vs. Predator (kurz: AvP) wurde 1994 von Capcom für das CPS-2 (CP System II) Arcade-Board veröffentlicht. Es gilt als eines der Meisterwerke von Capcom im Bereich der Beat 'em ups und wird oft in einem Atemzug mit Dungeons & Dragons: Shadow over Mystara als das „goldene Duo“ der CPS-2-Ära genannt.
Anfang der 90er Jahre hatte Capcom mit Final Fight (1989) und Cadillacs and Dinosaurs (1993) bereits bewiesen, dass sie lizensierte IPs meisterhaft adaptieren können. Die Verhandlungen für AvP waren jedoch extrem komplex, da sie die Lizenzrechte von zwei verschiedenen Sci-Fi-Horror-Franchises von Fox erforderten. 20th Century Fox schützte ihre Marken streng, was dazu führte, dass Capcoms Team unzählige Runden über Charakterdesign, Gewaltdarstellung und Handlungsverlauf verhandeln musste.
Das Endergebnis gilt als das „filmreifste Beat 'em up der Arcade-Geschichte“. Die 4096-Farben-Palette des CPS-2-Boards wurde bis an ihre Grenzen ausgereizt: die organische Textur der Aliens (glänzender Schleim, atmende Brustkörbe), die Stammesausrüstung der Predators (Knochenschmuck, Plasma-Schulterkanonen) und die Cyberpunk-Optik der Stadt (Neonlichter, die sich in Blutlachen spiegeln, zerbrochene Hologramm-Werbetafeln) – diese drei unterschiedlichen visuellen Stile verschmolzen unter der Hand des Capcom-Art-Teams zu einer perfekten Einheit. Auch die Gewaltdarstellung war für Capcom-Verhältnisse ungewöhnlich explizit – Aliens spritzen Säureblut, wenn sie geköpft werden, die Trophäen-Animationen der Predators (das Abreißen von Schädeln) blieben erhalten, und die Korridore vor dem Endboss hingen voller gehäuteter Leichen. Dies führte dazu, dass AvP in vielen Ländern ein „17+“-Label erhielt.
Nach der Veröffentlichung wurde das Spiel von der Kritik gefeiert. In zahlreichen Bestenlisten der „besten Arcade-Beat 'em ups aller Zeiten“ nimmt AvP stets einen Spitzenplatz ein. 2019 veröffentlichte Capcom das Capcom Beat 'Em Up Bundle, das es einer neuen Generation ermöglichte, diesen legendären Titel auf PC und Konsolen zu erleben.
II. Charaktervorstellung
Alien vs. Predator bietet vier spielbare Charaktere, jeder mit einem einzigartigen Kampfstil und Waffensystem.
2.1 Major Dutch Schaefer – Der Cyborg-Schwere-Waffenträger
Ein Archetyp des Arnold-Schwarzenegger-Haudraufs, inspiriert durch die Rolle des Dutch aus dem Film Predator (1987). In AvP wurde Dutch jedoch kybernetisch modifiziert – sein linker Arm ist eine eingebaute Maschinenkanone (Arm Cannon).
| Attribut | Bewertung |
|---|---|
| Stärke | ★★★★★ |
| Geschwindigkeit | ★★ |
| Schwierigkeitsgrad | ★★★ |
| Reichweite | ★★★★ |
- Spezialwaffe: Armkanone – die einzige Fernkampfwaffe mit unendlicher Munition.
- Vorteile: Höchste Angriffs- und Verteidigungswerte; die Kanone bietet konstante Kontrolle auf mittlere Distanz; Sprintangriffe haben eine große Trefferzone.
- Nachteile: Kann nur durch ↑ + Sprung springen (kein normaler Sprung), was ihn bei der Ausweichbewegung einschränkt; langsamste Bewegungsgeschwindigkeit; lange Angriffsanimationen.
- Fazit: Einsteigerfreundlich, aber in späteren Levels schwierig. Dutchs hohe Schadenswerte machen ihn anfangs stark, doch ab Level 4, wenn die Gegnerhorden zunehmen, werden seine langsame Bewegung und der fehlende normale Sprung zum Verhängnis.
2.2 Lieutenant Linn Kurosawa – Die Schwertmeisterin
Linn ist ein Originalcharakter von Capcom. Sie ist eine japanische Cyborg-Schwertmeisterin, die ein Katana als Hauptwaffe führt. Trotz ihres menschlichen Aussehens übertreffen ihre Reflexe die eines normalen Menschen bei weitem.
| Attribut | Bewertung |
|---|---|
| Stärke | ★★ |
| Geschwindigkeit | ★★★★★ |
| Schwierigkeitsgrad | ★★★★★ |
| Reichweite | ★★ |
- Spezialwaffe: Katana – die längste Nahkampfwaffe im Spiel mit großem Trefferradius.
- Vorteile: Schnellste Bewegungs- und Angriffsgeschwindigkeit; einzigartige Wand-Sprung-Angriffe und Luftwürfe; flüssige Kombos.
- Nachteile: Niedrigste Verteidigung und Lebensenergie; Pistole hat nur 5 Schuss; verliert sie ihr Schwert, verliert sie auch ihre Spezialfähigkeiten.
- Fazit: Eine „Glaskanone“ für Profis. Extrem schwer zu meistern, aber mit dem höchsten Potenzial für spektakuläre Spielzüge.
2.3 Predator Hunter – Der Kraftvolle Jäger
Unterscheidet sich vom Warrior durch seinen Doppelklingen-Speer und eine stärkere Schulterkanone. Er ist auf rohe Kraft ausgelegt.
| Attribut | Bewertung |
|---|---|
| Stärke | ★★★★ |
| Geschwindigkeit | ★★★★ |
| Schwierigkeitsgrad | ★★★ |
| Reichweite | ★★★ |
- Spezialwaffe: Doppelklingen-Speer, Plasma-Schulterkanone (begrenzte Munition).
- Vorteile: Perfekte Balance aus Kraft und Geschwindigkeit; starker Fernkampf; vielseitige Greiftechniken.
- Nachteile: Munition für die Schulterkanone ist kostbar; einige Greiftechniken sind positionsabhängig.
- Fazit: Der „Allrounder“ unter den Charakteren. Empfohlen für Spieler, die Vielseitigkeit suchen.
2.4 Predator Warrior – Der Schnelle Jäger
Nutzt einen Einzelklingen-Speer. Sein Kampfstil ist eher auf Geschwindigkeit und schnelle Kombo-Folgen als auf Einzelschaden ausgelegt.
| Attribut | Bewertung |
|---|---|
| Stärke | ★★★ |
| Geschwindigkeit | ★★★★★ |
| Schwierigkeitsgrad | ★★★★ |
| Reichweite | ★★★ |
- Spezialwaffe: Einzelklingen-Speer, Plasma-Schulterkanone.
- Vorteile: Zweitschnellste Bewegungsgeschwindigkeit nach Linn; flüssigere Kombos als der Hunter; weite Wand-Sprünge.
- Nachteile: Geringerer Einzelschaden; Schulterkanone etwas schwächer.
- Fazit: Die „technische“ Variante des Predators. Ideal für Spieler, die schnelles Movement und präzise Treffer bevorzugen.
III. Steuerung
3.1 Grundsteuerung
AvP nutzt das klassische Capcom-Layout: 8-Wege-Joystick + 3 Tasten:
| Taste | Funktion |
|---|---|
| Button 1 | Fernkampf (Schießen / Werfen) |
| Button 2 | Nahkampf / Aufheben / Waffe benutzen |
| Button 3 | Springen |
| 2 Tasten gleichzeitig | Notfall-Konter (verbraucht etwas Lebensenergie) |
3.2 Allgemeine Techniken
| Aktion | Befehl | Beschreibung |
|---|---|---|
| Sprint | →→ | Schneller Sprint. |
| Hochsprung | ↑ + 3 | Hoher Sprung. |
| Weitsprung | ↙↓↘ + ↖↑↗ | Großer Sprung über weite Distanz. |
| Rutschen | ↓ + 3 | Rutschen, ideal zum Ausweichen. |
| Greifen | In Gegner laufen | Dutch und Predators können Gegner greifen. |
| Greif-Kombo | Greifen + 2 | Serie von Schlägen. |
| Wurf | Greifen + 3 → 2 | Gegner zu Boden werfen. |
| Wand-Sprung | Wand + 3 → 3 | Sprung von der Wand. |
| Sturzangriff | Sprung + ↓ + 2 | Linn & Predator Spezialität. |
| Luftwurf | In der Luft + 2 | Linn Spezialität. |
| Notfall-Konter | 2 Tasten gleichzeitig | Verbraucht Energie, stößt alle Gegner weg. |
| ↓↑ + 2 | Spezialangriff | Jeder Charakter hat einen aufladbaren Spezialmove. |
3.3 Waffensystem
- Standard-Nahkampfwaffe: Jeder Charakter hat eine eigene Waffe.
- Super-Munition: Orange-gelbe Markierung: 10 Sekunden unendliche Munition + Schnellfeuer.
- Diskus: Klassische Waffe aus Predator 2. Fliegt zurück – fange ihn auf, um ihn wiederzuverwenden.
- Plasma-Schulterkanone: Nur für Predators. Begrenzte Munition, enorme Durchschlagskraft.
IV. Level-Guide & Boss-Tipps
Das Spiel besteht aus 7 Levels, die von den Straßen der Stadt bis tief in das Alien-Nest führen.
Level 1: Infested City
- Boss: Chrysalis – Ein mutierter Wirt. Schnell und gefährlich.
- Tipp: Rutschen ist der beste Weg, um Facehugger zu vermeiden. Konzentriere dich auf den Boss, während du kleine Aliens ignorierst.
Level 2: The Sewers
- Boss: Arachnid – Ein spinnenartiges Alien, das an Wänden klettert.
- Tipp: Zerstöre die Eier, bevor sie schlüpfen. Wenn der Boss an der Wand ist, nutze Sprungangriffe, um ihn herunterzuholen.
Level 3: The Hunters Arrive
- Boss: Razor Claws – Ein riesiger Alien-Krieger mit Knochenklingen.
- Tipp: Halte Abstand und nutze Fernkampfwaffen. Greife nur in den kurzen Momenten an, in denen er nach einer Attacke kurz innehält.
Level 4: Interstellar Hunters
- Boss: Mad Predator – Ein infizierter Predator. Er kombiniert Alien-Geschwindigkeit mit Predator-Kraft.
- Tipp: Lock ihn in eine Falle. Versuche nicht, ihn frontal zu bekämpfen – er ist einer der stärksten Bosse im Spiel.
Level 5: Heart of the Hive
- Boss: Alien Queen (Phase 1) – Riesig und furchteinflößend.
- Tipp: Die Königin füllt den Bildschirm aus. Weiche ihren Klingenarmen aus und nutze jede Gelegenheit für Angriffe auf ihren Kopf.
Level 6: Three-Way War
- Boss: Elder Predator – Ein erfahrener Jäger.
- Tipp: Nutze die Umgebung als Deckung. Wenn er seine Schulterkanone auflädt (blaues Leuchten), ist er verwundbar.
Level 7: Queen's End
- Boss: Alien Queen (Final Form) – Die Königin ist nun völlig außer Kontrolle.
- Tipp: Phase 1: Ausweichen und Kontern. Phase 2: Achte auf herabstürzende Trümmer – diese können auch der Königin schaden!
V. Profi-Tipps
- Rutschen ist Pflicht: Nutze ↓ + Sprung, um unter Angriffen hindurchzutauchen.
- Notfall-Konter: Zögere nicht, Energie zu opfern, um dich aus einer Umzingelung zu befreien.
- Super-Munition für Bosse: Verschwende sie nicht an normale Gegner.
- Lass sie gegeneinander kämpfen: Ab Level 3 bekämpfen sich Aliens und Predators gegenseitig. Nutze das aus!
VI. Trivia & Arcade-Legenden
6.1 Das blutigste Capcom-Spiel
AvP gilt als das extremste Spiel von Capcom. Die gezeigte Gewalt – von Säureblut bis hin zu den gehäuteten Leichen im letzten Level – war 1994 ein Wagnis, das Capcom danach nie wieder in dieser Form wiederholte.
6.2 Linn Kurosawa
Linn war ein Original-Charakter von Capcom. Da sie so beliebt war, gab es sogar Petitionen von Fans, sie in anderen Spielen auftreten zu lassen.
6.3 Keine Fortsetzung
Aufgrund der extrem komplexen Lizenzverhandlungen zwischen Fox und Capcom gab es nie einen Nachfolger. Ein ewiger Verlust für die Gaming-Welt.






